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Caso ThyssenKrupp-Vale en Santa Cruz-Río de Janaiero (Brasil)
  Fischer gegen ThyssenKrupp
   
Vertreter von Fischereiverbänden aus Brasilien kommen zu Aktionärsversammlung. Vorwürfe wegen Bau eines Werks

Brasilia/Berlin. Brasilianische Fischer, die seit 2007 gegen das Stahlwerk TKCSA protestieren, tragen ihren Protest verstärkt nach Deutschland. Der Grund : Das Werk wird vom deutschen Stahlkonzern ThyssenKrupp an der Bucht von Sepetiba im Südosten des Landes errichtet. Konflikte mit der lokalen Bevölkerung sind die Folge. Die Vertreter der lokalen Fischerverbände werden ihre Kritik nun auf der Aktionärshauptversammlung am 21. Januar in Bochum vortragen.

70 Kilometer westlich der Stadt Rio de Janeiro investiert der deutsche Konzern 4,7 Milliarden Euro in das Stahlwerk, das angegliederte Wärmekraftwerk sowie den Hafen des Komplexes mit zwei Terminals und einer Brücke von vier Kilometer Länge und einem Pier. Es ist die größte deutsche Auslandsinvestition der letzten Jahre in Brasilien.

Doch die Liste der Vorwürfe, die Fischer und Anwohner erheben, ist lang - und schwerwiegend : Umweltverstöße, Verseuchung der Bucht, Bau in einem Naturschutzgebiet und illegale Rodung von Mangrovenwäldern. Hinzu kommen unter anderem Verletzungen von Arbeitsbestimmungen, Privatisierung öffentlicher Gewässer und eine Zunahme der Kohlendioxidemissionen der Stadt Rio de Janeiro um 76 Prozent - allein durch das Stahlwerk. Zudem sollen Sicherheitskräfte des Konzerns lokalen Milizen angehören. Diese Vermutung findet sich in einem Dokument des Menschenrechtssekretariats der Regierung, das amerika21.de vorliegt.

Einer der Fischer, Luis Carlos O., erhielt Morddrohungen - laut seiner Aussage vom Sicherheitschef der TKCSA, an der ThyssenKrupp mit 73 Prozent beteiligt ist. Daraufhin wurde der Fischer in ein Schutzprogramm der brasilianischen Bundesregierung aufgenommen. Der Sicherheitschef ist weiterhin bei TKCSA angestellt.

Nun wird eine Delegation der Fischer in Bochum den Aktionären der ThyssenKrupp AG den Konflikt selbst schildern. "Wir wollen, dass ThyssenKrupp die Umwelt- und sozialen Schäden wiedergutmacht", sagt der Fischer Luis Carlos : "Wir wollen, dass ThyssenKrupp in Brasilien nach den gleichen ökologischen, technischen und sozialen Standards wie in Deutschland arbeitet".

// Text : Christian Russau, amerika21.de, 09.01.2010 08:20



 
     
     
     
     
 
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